Grüner Tee

Was ist Grüner Tee?

Kurze und knappe Antwort: Tee, der grün ist. Hatten Sie sich fast gedacht, was? Dabei ist jede Teepflanze ja erst mal grün, nicht wahr? Die Farbe macht die Herstellung aus. Grüner Tee wird nämlich nicht fermentiert bzw. oxidiert. Außerdem wird für den Grüntee eine andere Pflanze verwendet. Wenn Sie sich nun wundern, denn Grüner Tee TeepflanzeTee wird doch immer aus ein und derselben Pflanze hergestellt, dann haben Sie natürlich Recht. Welche Pflanze aber wird nun für Grünen Tee genommen?

Tee gehört ja zur Gattung der Kamelienpflanzen, der Oberbegriff ist Thea Camellia. Dann gibt es aber auch noch Untergattungen, wie etwa die Camellia sinensis oder die assamica. Während letzte für den Assam Tee verwendet wird, wird aus Camellia sinensis Grüntee hergestellt.

Bekannt ist der Grüntee bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus. Er kommt ursprünglich aus China. Im Laufe der Zeit veränderte sich die Zubereitung von Tee immer wieder, sie wurde verfeinert und erreichte erst zur Zeit der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) die heute noch praktizierte Form der Zubereitung. Nach Europa kam der Grüne Tee dann während des 16. und 17. Jahrhunderts. Heute ist er aus unserer Kultur kaum mehr wegzudenken.

Die Herstellung von Grünem Tee

Anders als beim Schwarzen Tee findet bei der Herstellung von Grünem Tee keine Fermentation bzw. Oxidation statt. Schwarzer Tee wird bei feuchtwarmer Luft gelagert, wodurch sich die Inhaltsstoffe entfalten können, Grüner Tee wird nach dem Welken kurz erhitzt, um zu vermeiden, dass die Fermentation einsetzt. Die Inhaltsstoffe bleiben also eingeschlossen und werden nicht umgewandelt (beispielsweise in Aromastoffe).

Je nachdem, um welchen Tee es sich handelt, ist die Herstellung ein wenig anders. Beim Sencha Tee werden die Blätter der Teepflanze zum Beispiel gedämpft, beim Lung Ching Tee werden sie in Pfannen geröstet.

Anschließend werden die Teeblätter – wie beim Schwarztee auch – zusammengerollt und getrocknet. Dies hat den Grund, dass man somit Wasser aus dem Teeblatt herausziehen möchte. Die Trocknung kann sowohl in Öfen durchgeführt werden, wie auch an der Luft oder in der Sonne. Dadurch bleiben die Blätter geschmeidig und können die Inhaltsstoffe beim Aufbrühen direkt ans Teewasser abgeben.

Grüner Tee und seine Teeanbaugebiete

Angebaut wird Grüner Tee sowohl in Japan, als auch in China und in einigen Provinzen Indiens. Die Teeanbaugebiete von Grünem Tee überschneiden sich sehr häufig mit denen des Schwarzen Tees, was daran liegt, dass die Pflanze dieselbe ist, der Unterschied nämlich – wie wir bereits gelernt haben – in der Fermentierung liegt.

Ein Blick nach Japan: Ideale Bedingungen findet Grüntee in der Mitte des Landes. Dort ist auch das Hauptanbaugebiet zu finden. Daneben kann man im Süden, vor allem Hondo, Kiuschu und Schikoku viele Teeanbaugebiete finden. Zuerst wurde der Grüne Tee allerdings in China angebaut. Seitdem ist der dort extrem beliebt, was auch die Zahlen der Teeproduktion aussagen: 80 Prozent der in China angebauten Tees sind Grüntees. Angebaut werden sie vor allem in Hochlagen bis zu 2.500 Metern im Süden und in der Mitte Chinas.

Neben diesen beiden Ländern gibt es noch einige kleinere, aber deswegen nicht weniger bedeutende Anbaugebiete in Indien und Nepal.

Grüner Tee: Teeanbaugebiete in Japan

Der Teeanbau in Japan hat eine lange Tradition, allerdings nicht so lange wie in China, denn der Grüne Tee kam erst im 8. Jahrhundert nach Christus von China nach Japan, während der Teeanbau in China schon seit vielen tausend Jahren bekannt ist.

Bancha und Sencha sind zwei Grünteesorten, die von den japanischen Grüntees wohl am bekanntesten sind und vor allem in Japan am häufigsten getrunken werden. Sie zählen zu den eher Grüner Tee Teeanbaugebiete in Japangewöhnlichen Teesorten, die in der breiten Bevölkerung getrunken werden. Auch der Matcha, der als Pulvertee bekannt ist, kommt aus Japan, ebenso wie der Hojicha, ein gerösteter Sencha bzw. Bancha. Probieren Sie doch auch mal Tees aus Genmaicha, der mit gerösteten Reiskörnern angereichert wird und so ein unverwechselbares Aroma erhält.

Oder wie wäre es mit einem Gyokura, der auch „edler Tautropfen“ genannt wird und mit einer grasigen Note daherkommt. Konacha, Kukicha oder Shincha, Fukamushicha, Gabalong, Kabusecha und Mugicha sind weitere Sorten bzw. Anbaugebiete. Wir könnten so weitermachen, was den Rahmen hier wohl sprengen würde. Deswegen: Probieren und sich von den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen überraschen lassen.

Grüner Tee: Teeanbaugebiete in China

Neben der langen Tradition des Teeanbaus in China bringen die verschiedenen Anbaugebiete ebenfalls sehr unterschiedliche Grüntees hervor. Im Gegensatz zu den japanischen Grüntees, die sehr oft gedämpft werden und so eine grasige Note haben, werden die Grüntees in China meist in der Pfanne geröstet und bekommen dadurch ein rauchiges Aroma.

Die Geschmackspalette und auch die optischen Merkmale sind aufgrund der Vielzahl an Grünteesorten enorm hoch. So hat der Tee aus Bi Feng beispielsweise sehr feine Blätter, der Chun Mee ist kräftig und hat silbrige Blätter, der Yong Xi Hou Quing wächst zwischen Orchideen und der Longjing ist auch als Drachentee bekannt.

Ein Tee aus dem Hochgebirge kann man mit dem Mao Feng trinken, zu Kugeln gerollt wird der bekannte „Schießpulver-Tee“, der Gunpowder, ein sehr frisches Aroma bringt der Pi Lo Chun zu Tage und der Yunnan überzeugt durch seinen milden Geschmack. Es ist quasi für jeden Geschmack etwas dabei.

Grüner Tee: Teeanbaugebiete in Nepal

Während Teeanbau in China und Japan schon viele Jahrhunderte betrieben wird, ist Teeanbau in Nepal erst wenige Jahrzehnte alt. In den 1950er Jahren begann man an den Südhängen des Himalayas Teegärten anzulegen. Wer geschichtlich etwas bewandert ist, der wird vielleicht einwerfen, dass dies schon Ende des 19. Jahrhunderts der Fall war. Das ist richtig, doch damals wurden die sogenannten Darjeeling-Gärten von Briten eingeführt, der Tee selbst hatte so gesehen nichts mit Nepal zu tun.

Als die ersten Teegärten entstanden, war dies noch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der UNO. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte sich im Laufe der Zeit eine Teeindustrie entwickeln, die vor allem auf nationaler Ebene gedieh. Heute werden bis zu 15.000 Tonnen Tee jährlich produziert, der nicht mehr nur dem eigenen Land vorbehalten ist, sondern auch exportiert wird.

Angebaut werden klassische Schwarztees, aber auch ayurvedische Tees und nicht zuletzt Grüner Tee. Auch wenn der Teeanbau von Grüntee noch nicht allzu viele Jahre auf dem Buckel hat, wird dieser auch im Ausland geschätzt. Vor allem wegen neuartiger Geschmacksrichtungen und dem milden Aroma.

Grüner Tee: Teeanbaugebiete in Indien

Tee kennt man in Indien zwar auch schon einige Jahrhunderte, der Teeanbau in Indien ist aber bei Weitem noch nicht so alt. Wie der Tee ursprünglich nach Indien kam, ist bis heute nicht gänzlich geklärt. Teeanbau in IndienSo heißt es, dass er durch Kolonisten hier eingeführt wurde, andere sprechen von Schmugglern, wieder andere glauben, den Tee hat es schon immer hier gegeben.

Fakt ist, dass erst im Jahr 1823 in Assam Pflanzen entdeckt wurden, die wild wuchsen und die man erst nicht richtig identifizieren konnte. Erst elf Jahre später kultivierte man diese Teepflanzen und kreuzte sie mit anderen. Ursprünglich kam aus den bekannten indischen Teeanbaugebieten wie Assam, Darjeeling und Sikkim nur Schwarztee, doch in den vergangenen Jahren wurde auch der Grüntee populär. Je nach Anbaugebiet schmeckt der Grüntee aus Indien entweder mild fruchtig oder kräftig frisch.

Grüner Tee Ernte – irgendwo ist immer Erntezeit

Die Ernte von Grünem Tee kommt auf das jeweilige Land an. Da Grüntee ja von derselben Pflanze stammt, wie Schwarztee, sich von diesem aber nur durch die nicht stattfindende Fermentierung unterscheidet, sind die Erntezeiten nahezu gleich. Geerntet werden kann während der Wachstumsphase alle sechs bis 14 Tage, wenngleich sich die Ernten auf bestimmte Monate beschränken.

Im Norden von Indien (Assam, Darjeeling, etc.) finden Ernten von Ende März bis Anfang Mai, von Mitte Mai bis Anfang Juli und im September und Oktober statt. In Südindien dagegen kann das ganze Jahr über Tee geerntet werden. Grund ist das gute Klima. In China finden die Ernten von Mitte April bis Mitte Mai und im Juni und Juli statt. Eine Herbsternte gibt es hier nicht. Und auch in Japan ist die Haupterntezeit für Grünen Tee zwischen April und Juni zu finden.

In den meisten Fällen findet die Ernte aufgrund des hohen Eigenbedarfs, aber auch wegen der hohen Exportzahlen, maschinell statt. In kleineren Ländern oder abgelegenen Gebieten kommt es aber auch heute noch zu Handpflückungen. Dies spiegelt sich dann im Preis und in der Qualität der Grüntees wider. Wer eine hohe Qualität möchte, der muss sich Tees besorgen, die per Hand gepflückt wurden.

Grüner Tee Inhaltsstoffe

Es heißt ja, dass gerade Grüner Tee besonders gesund sei. Aber ist das wirklich so? Um das herauszufinden, muss man sich die Inhaltsstoffe etwas genauer ansehen. Neben Koffein sind vor allem Catechine im Grüntee enthalten. Diese können zum Beispiel den Blutdruck und den Blutzucker regulieren, aber auch Thrombosen und sogar Krebs vorbeugen.

Für die Beruhigung von Magen und Darm sind die Gerbstoffe, die sogenannten Tannine zuständig. Weitere Bestandteile sind die Vitamine A, B und B2, Calcium, Magnesium, Kalium, Fluorid, Nickel, Zink, Kupfer, Carotine und Phosphorsäure. Grüner Tee wird auch gerne beim Abnehmen getrunken, da er als Fatburner bekannt ist.

Im Zusammenhang mit Grünem Tee werden auch immer wieder die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe angesprochen. Auch wenn man heute noch immer nicht gänzlich weiß, warum die Pflanze diese Stoffe benötigt, geht man doch davon aus, dass sie sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, um die Pflanze zu schützen. Nicht nur vor Fressfeinden, sondern auch vor UV-Strahlung und zur Abwehr von Krankheiten. Hinzu kommt die Funktion der Anlockung von Bestäubern und nicht zuletzt der Verdunstungsschutz.

Grüner Tee Wirkung

Müssen bei anderen Heilpflanzen die Wirkstoffe meist durch Destillation aus der Pflanze extrahiert werden, um deren Potenzial auch voll auszuschöpfen, ist das beim Grünen Tee ein wenig anders. Grüner TeeHier reichen heißes Wasser und eine gewisse Ziehzeit aus, und schon werden die gesunden Inhaltsstoffe so freigesetzt, dass sie der Körper auch verwerten kann. Auch was die Anzahl der Wirkstoffe betrifft, ist der Grüne Tee gegenüber vielen anderen Pflanzen klar im Vorteil.

Durch seinen Koffeingehalt ist Grüner Tee auf jeden Fall schon mal sehr anregend und keinesfalls beruhigend. Weiterhin können die Inhaltsstoffe Wirkungen auf den Blutdruck und das Herz-/Kreislaufsystem haben, auf das zentrale Nervensystem, den Stoffwechsel, die Blutreinigung, die Verdauung und das Immunsystem. Außerdem auf Augen, Zähne und Knochen. Ob Verstopfung oder Durchfall, Schnupfen oder Husten, Arthritis oder Osteoporose, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen – die gesundheitliche Wirkung ist enorm, ist allerdings von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt. Eine Garantie auf die tatsächliche Wirkung kann also nicht gegeben werden.

Grüner Tee Koffein

Wie auch der Schwarze Tee, so enthält der Grüne Tee Koffein, oft auch Teein genannt. Der Grund: Beide stammen von derselben Pflanze. Hier ist also erst einmal kein großer Unterschied. Der wird erst deutlich, wenn man genauer hinschaut. Wie hoch der Koffeingehalt beim Grünen Tee ist, hängt davon ab, um welche Teesorte es sich handelt und wo der Tee herkommt. So haben Teepflanzen, die in der Sonne wachsen, weniger Koffein, als die, die im Schatten stehen.

Der stärkste Tee ist ein Schwarztee, nämlich der Darjeeling. Dieser hat einen Koffeingehalt von rund vier Prozent. Der erste Grüntee, der hier auftaucht, ist der Gunpowder, der ca. 2,5 Prozent Koffein besitzt. Sehr wenig Koffein dagegen hat mit nur 1,6 Prozent der Bancha Tee. Viele trinken gerne eine Tasse Tee vor dem Schlafengehen. Auch Grüntee ist dafür nicht geeignet, sofern man nach dem Genuss aufgrund des Koffeingehalts nicht einschlafen kann. Alternativen wären entkoffeinierte Tees, die es auch als Grüntee gibt.

Grüner Tee Schwangerschaft

Grüner Tee hat, wie wir bereits gelernt haben, viele positive Eigenschaften, allerdings auch ein paar negative. Vor allem während der Schwangerschaft sollte der Genuss von Grüntee reduziert werden. Dies könnte nachhaltig dem Ungeborenen schaden.

Auch wenn Grüner Tee verhältnismäßig wenig Koffein hat, sollte man während der Schwangerschaft möglichst darauf verzichten, allenfalls den Tee in Maßen genießen. Erlaubt ist eine tägliche Koffeinaufnahme von 200 mg. In einem Liter Grüntee können bis zu 300 mg enthalten sein. Aus diesem Aspekt heraus ist es also durchaus möglich, einen halben bis dreiviertel Liter Grüntee pro Tag zu genießen. Allerdings ist durch den Genuss die Aufnahme von Folsäure und Eisen reduziert. Diese Stoffe braucht die Frau allerdings gerade jetzt dringend. Eine einheitliche Empfehlung wird man nicht finden, während die einen sagen, man solle gar keinen Grünen Tee in der Schwangerschaft trinken, lassen andere zwei bis drei Tassen täglich durchgehen.

Grüner Tee Qualität

Die beste Teequalität erhält man, wenn man frische Tees kauft. Nicht immer ist der teuerste auch der beste Tee. Dafür sind andere Kriterien entscheidend. Wenn Sie die Möglichkeit haben zu erfahren, wie und aus welchen Pflanzenteilen der Tee hergestellt wurde, dann fragen Sie danach. Grüner TeeTee, der aus den obersten drei Sprossblättern hergestellt wurde und noch einen weißen Flaum auf den Blättern aufweist, ist der hochwertigste Grüne Tee, den es gibt. Geerntet wird hier vor allem im Frühjahr. Auch Blättertee, der kräftig und robust ist, hat eine sehr gute Qualität. Beide Tees werden von Hand gepflückt.

Nicht immer ist es möglich, diese Auskunft zu erhalten oder dies selbst nachzuvollziehen. Dann können Sie auch anders vorgehen. Lassen Sie sich im Teeladen eine kleine Teeprobe geben. Diese sollte nicht nur frisch riechen, sondern auch frisch aussehen. Machen Sie den Geschmackstest. Hochwertiger Grüner Tee ist hart und knackig, am Gaumen entsteht außerdem ein angenehmer Nachgeschmack. Prinzipiell kann gesagt werden: Je früher die Ernte, je höher die Qualität.

Grüner Tee Sorten

Alle Grünteesorten aufzählen zu wollen, würde wohl etwas zu weit führen. Die wichtigsten Lieferanten sind Japan, China und Indien. Teekenner wissen um die einzelnen Sorten, wer ab und zu Grünen Tee trinkt, der kennt ein paar bekannte Sorten.

Darunter sind der Matcha aus Japan, ein gemahlener Pulvertee, der Sencha, ein gedämpfter Tee, der am häufigsten getrunken wird, der Gunpowder aus China, der sogenannte Schießpulvertee, der zu Kugeln gerollt wird, der Assam aus Indien, der sehr kräftig ist und einen malzigen Geschmack hat, und der Darjeeling mit der typischen Muscatel-Note.

Weitere Grünteesorten sind: Nilgiri aus Indien mit einer Zitrusnote, aus China der Chun Mee mit seinen silbrigen Blättern und dem leicht rauchigen Geschmack, der Zhejiang mit jadegrüner Farbe und würzigem Duft, der Moon Palace mit kugeligen Blättern und auch der Pan Long Ying Hao, ein gerolltes Blatt mit weißen Spitzen. Bei den japanischen Teesorten wollen wir den Gyokuro, einen Schattentee mit hohem Koffeingehalt, den Bancha mit wenig Koffein und viel Kalzium und den Genmaicha, ein Tee, der mit gerösteten Reiskörnern angereichert wird, nennen.

Japanische Grünteesorten

Im 8. Jahrhundert wurde der Tee in Japan heimisch, also erst viele Jahrhunderte nachdem ihn schon die Chinesen tranken. Doch was in China klappte, war auch in Japan willkommen. So entstanden im Laufe der Zeit viele Teeanbaugebiete, in denen vor allem der Grüne Tee angebaut wurde. Je nachdem, wo der Tee herkommt und welche klimatischen Verhältnisse dort herrschen, sind sein Aussehen und der Geschmack unterschiedlich.

Einige der bekanntesten Anbaugebiete und der beliebtesten japanischen Grünteesorten möchten wir kurz vorstellen. Der Bancha ist ein gewöhnlicher Tee, der, wie der Sencha (gedämpfter Tee) eine der Grünteesorten in Japan ist, die am häufigsten getrunken werden. Beide stammen von derselben Pflanze, der Unterschied liegt lediglich in der Pflückung. Beim Sencha werden die ersten drei Blätter, beim Bancha das vierte, fünfte und sechse Blatt geerntet. Auch bekannt ist der Matcha, ein gemahlener Tee, der einen sehr hohen Koffeingehalt hat. Weitere bekannte japanische Grünteesorten bzw. Anbaugebiete sind: Hojicha, Genmaicha, Gyokuro, Jonacha, Kukicha, Gabalong und auch Tencha.

Chinesische Grünteesorten

Werfen wir einen Blick nach China. Dort konnte sich der Tee viele Jahrhunderte länger entwickeln. Das Resultat: Unzählige Teeanbaugebiete für Grünen Tee, die heute wohlschmeckende und in Grüner TeeFarbe, Zusammensetzung und Geschmack sehr unterschiedliche Teesorten hervorbringen.

Wie auch in Japan so gibt es in China einen Sencha und einen Matcha Tee. Sie sind mit denen aus Japan zu vergleichen (oder besser umgekehrt, denn in China waren sie ja früher vorhanden, wurden also nach Japan eingeführt). Einige der Grünteesorten aus China sind sehr bekannt, darunter der Gunpowder (Schießpulvertee, der zu Kugeln gerollte Teeblätter hat), der Chun Mee, dessen Teeblätter silbrig und gekrümmt sind, der Longjing, der sogenannte Drachentee mit seiner jadegrünen Farbe und nicht zuletzt der Yunnan mit seinem milden, leichten Geschmack. Weitere Grünteesorten aus China sind Cris Cross, Gui Hua, Long Tseng, Mao Feng, Moon Palace, Tuocha und der Yong Xi Hou Quing.

Aromatisierter Grüner Tee

Er ist zugegeben ein Streitthema unter Teekennern: der aromatisierte Tee. Egal, ob Schwarzer oder eben auch Grüner Tee, beide lassen sich mit Geschmacksrichtungen noch schmackhafter machen. Kritiker sagen allerdings, dass dadurch der eigentliche Teegeschmack des Grünen Tees überdeckt wird. Es ist also tatsächlich eine reine Geschmackssache, ob man sich mit fremden Zusatzstoffen seinen Tee schmecken lassen will oder nicht.

Diese Zusatzstoffe sollten dann aber bitteschön aus ätherischen Ölen oder natürlichen Pflanz- oder Gewürzbestandteilen bestehen. Wird es künstlich, schmeckt es nicht mehr – und ist auch nicht mehr unbedingt gesund. Die Wirkung von Grüntee, der ja – wie wir wissen – zahlreiche positive gesundheitliche Eigenschaften hat, wird durch solche Aromatisierungen nicht beeinflusst, die Wirkung ist also immer gleich. Dennoch muss man gerade bei aromatisiertem Grünen Tee aufpassen, woher er kommt und welche Sorten verwendet werden. Hier kann schnell mal ein minderwertiger Tee genutzt werden, der dann die positiven Eigenschaften vermissen lässt. Wer also nicht auf ein besonderes Aroma verzichten möchte, der sollte sich diese Punkte zu Herzen nehmen, dann hat er alles richtig gemacht.

Grüner Tee Zubereitung

Deckel auf, heiß Wasser drauf – oder wie war das? Naja, so oder so ähnlich machen sich die meisten von uns ihren Tee. Dann noch einen Teebeutel reinhängen, fertig. Beim Grüntee sollte man allerdings Vorsicht walten lassen, möchte man auch ein optimales und intensives Geschmackserlebnis bekommen. Dann kommt es nämlich auf drei wichtige Punkte an: auf die Dosierung, auf die Ziehzeit und auf die Temperatur des Wassers.

Die Dosierung sollte so gewählt werden, dass der Tee nicht zu stark und nicht zu schwach ist. Ideal sind um die 15 Gramm pro Liter. Natürlich ist es aber auch erlaubt, mehr – wenn man stärkeren Tee möchte – und weniger – wenn man milderen Tee genießen will – zu nehmen. Wichtig für den Geschmack ist das Wasser. Dieses sollte, wenn möglich, kalk- und chlorarm sein. Natürliches Mineralwasser ist ebenso möglich, wie der Einsatz von Wasserfiltern. Bei der Aufgusstemperatur kommt es darauf an, ob es sich um einen kräftigen Tee handelt oder nicht. Kräftigere Sorten gießt man mit 75 bis 90 Grad heißem Wasser auf, mildere mit 60 bis 75 Grad. Ideal ist es, wenn man das Wasser aufkocht und dann entsprechend abkühlen lässt. So erhöht sich die Qualität noch einmal. Kommen wir noch zur Ziehzeit: Sie liegt beim Grüntee zwischen einer und drei Minuten, sollte diesen Zeitraum aber nicht überschreiten.

Grüner Tee Ziehzeit

Die Ziehzeit von Grünem Tee möchten wir noch etwas genauer beleuchten. Wer kennt nicht die Mär, dass Tee, der nur kurz zieht, anregend und Tee, der länger zieht, beruhigend wirkt. Das ist Grüner Tee Ziehzeitjedoch nicht der Fall, denn auch wenn – je länger Tee zieht – mehr Gerbstoffe (Catechine) freigesetzt werden, wird bis dahin auch Koffein freigesetzt – je länger, desto mehr. Die freigesetzten Gerbstoffe können das Koffein nicht in dem Maße binden, dass dieses neutralisiert werden würde. Also Humbug!

Denken Sie bitte daran: Wenn Sie einen stärkeren Tee möchten, dann bringt es nichts, wenn sie ihn länger ziehen lassen. In diesem Fall müssen Sie mehr Teeblätter nehmen. Die Ziehzeit beeinflusst nur die Freisetzung der Gerb- und Aromastoffe, die im Tee vorhanden sind. Vorsicht: Je länger Sie den Tee ziehen lassen, umso mehr Gerbstoffe werden freigesetzt und umso bitterer kann der Grüne Tee werden.

Grüner Tee zweiter Aufguss

Möchte man den Grünen Tee, wie die Chinesen es tun, öfters aufgießen, dann muss man hier etwas Wichtiges beachten, damit die nächsten Aufgüsse auch noch schmecken. Würde man nämlich die 15 Gramm Tee, die man auf einen Liter gegossen hat, erneut mit Wasser übergießen, dann würde man vermutlich kaum mehr etwas schmecken. Der zweite Aufguss mag noch teeähnlich schmecken, aber spätestens nach dem dritten Aufguss trinkt man dann nur noch heißes Wasser.

Der Grund: Die Chinesen nutzen bei ihrer Teezeremonie eine separate Ziehkanne, in der sie ein höher dosiertes Teeextrakt geben. Das heißt, dass weitere Aufgüsse auch geschmacklich noch mit dem ersten mithalten können. Nutzt man mehrere Aufgüsse, verlängert sich pro Aufguss aber auch die Ziehzeit entsprechend. Hier kann man als Faustregel pro Aufguss zwei Minuten zusätzlich zugeben. Beim 2. Aufguss ist somit eine Ziehzeit von drei bis fünf Minuten ideal, beim 3. Aufguss dann fünf bis sieben Minuten.

Grüner Tee: das Wasser ist wichtig

Wasser ist nicht gleich Wasser. Je nachdem, in welcher Region von Deutschland Sie wohnen, sind die Bestandteile unterschiedlich. Hier ist vor allem Kalk zu nennen. Wasser, das härter ist (wir kennen das von der Waschmaschine) ist kalkhaltiger, als weicheres Wasser. Auch wird unserem Wasser Chlor beigegeben. Hinzu kommen weitere chemische Bestandteile wie Sulfat, Fluorid, Chlorid usw. Wie hoch die Bestandteile sind, hängt davon ab, aus welcher Art von Wasser das Trinkwasser gewonnen wird (Grundwasser, Oberflächenwasser, Uferfiltrat etc.). All diese Bestandteile beeinflussen den Geschmack des Wassers und somit natürlich auch den des Grünen Tees.

Wer einen besonders schmackhaften Grüntee zubereiten möchte, sollte deswegen nicht einfach das Wasser aus der Wasserleitung nehmen. Die Chinesen und auch die Japaner haben hier den Vorteil, dass sie sich oft an reinem Quellwasser bedienen können. Wir haben diese Möglichkeit nur, wenn wir natürliches Mineralwasser zur Teezubereitung nutzen. Wem das auf Dauer zu teuer ist, der kann sein Leitungswasser auch mit Filtern reinigen. Sie werden den Unterschied schmecken!

Grüner Tee mit Milch

Grüner Tee ist gesund. Die gesundheitsfördernden Wirkstoffe sind vor allem in den Gerbstoffen, also in den Catechinen enthalten. Nun gibt es Menschen, die gerne ihren Tee mit Milch trinken. Das ist durchaus legitim, sollte aber gerade beim Grünen Tee vermieden werden. Warum? Ganz Hojicha Grüner Teeeinfach! Weil die Milch, genauer gesagt, das Kasein, das sind Milchproteine, die Wirkung der Catechine reduzieren. Das heißt nicht, dass der Grüntee dadurch ungesünder wird, aber er kann seine Wirkung nicht in dem Maße entfalten, wie er das ohne Milch tut. In diesem Zuge sollte auch darauf verzichtet werden, parallel oder in einem unmittelbaren zeitlichen Abstand zum Grünteegenuss Milchprodukte zu sich zu nehmen.

Dies wurde sogar durch eine Studie festgestellt, die im Jahr 2006 von Kardiologen an der Berliner Charité durchgeführt wurde. Und mal ganz abgesehen davon verfälscht Milch den eigentlichen Geschmack von Grünem Tee erheblich. Also: Am besten darauf verzichten.

Grüner Tee mit Zitrone

Ganz anders verhält es sich mit Grünem Tee, in den ein Spritzer Zitrone gegeben wird. OK, geschmacklich muss man es mögen, das ist klar, doch die Zitrone unterstützt den Tee in seiner gesundheitlichen Wirkung. Nicht nur, dass durch die Zugabe von Zitronensaft der Tee mit zusätzlichem Vitamin C angereichert wird, der Zitronensaft sorgt auch dafür, dass die Antioxidantien im Tee erhalten bleiben. Dabei handelt es sich um bestimmte Catechine, die durch Zitrone nicht bereits bei der Verdauung zerfallen, sondern länger erhalten werden. Dadurch kann sie der Körper viel besser aufnehmen.

Am besten ist natürlich frische, ausgepresste Zitrone. Aber auch Zitronensaftkonzentrat oder Zitronenaroma haben dieselbe Wirkung. Das kommt dann wiederum auf den eigenen Geschmack an. Kommen Sie aber jetzt bitte nicht auf die Idee, zur Zitrone auch noch einen Schuss Milch zu geben, weil sie glauben, die Zitrone würde die Wirkung der Milch auf die Katechine aufheben. Dem ist nicht der Fall!

Grüner Tee und die Teezeremonie

Viele Kulturen haben Teezeremonien entwickelt, die sie auch heute noch zelebrieren. Die bekanntesten Zeremonien sind wohl in China zu finden. Hier kümmert sich ein Teemeister um die Aufgüsse des Grünen Tees. Während der erste Aufguss „Aufguss des guten Geruchs“ genannt und nicht getrunken wird, kann man den „Aufguss des guten Geschmacks“ dann endlich genießen. Weitere Aufgüsse folgen – beim Grüntee allerdings nicht so häufig, wie beim Schwarztee, wo bis zu 15 Aufgüsse möglich sind.

Die Teezeremonien in Japan sind ähnlich wie die in China, allerdings wird hier der erste Aufguss nicht weggegossen, sondern getrunken. Ob der Tee ausreichend gezogen hat, erkennt man an der Farbe. Ist diese noch nicht grün genug, dann wird der Tee wieder zurück in die Kanne gegossen. Bis zu vier Aufgüsse sind in Japan üblich.

Interessant ist auch die maghrebische Teezeremonie, die in den nordafrikanischen Ländern Tunesien, Algerien, Marokko, Mauretanien und Westsahara zelebriert wird. Zuerst werden hier die Teeblätter kurz mit heißem Wasser übergossen, das danach weggegossen wird. Dadurch sind die Teeblätter gereinigt. Nun beginnen die Aufgüsse, bei denen direkt in die Kanne Zucker und Nanaminze kommt. Auch hier werden die Aufgüsse mehrfach wiederholt.

 

Weitere Informationen rund um den Tee

 

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