Teehäuser – Kultur bewahren

Teehäuser sind eng mit den japanischen und chinesischen Teezeremonien verknüpft, die eine lange Tradition haben. Da die ersten Teezeremonien bis ins frühe 9. Jahrhundert zurückgehen, kann davon ausgegangen werden, dass sich zu dieser Zeit auch die Teehäuser entwickelten. Besonders in Japan sind sie schlicht, fast schon kärglich eingerichtet. Das Teehaus ist umgeben von einem Garten, in dem ein Wasserbecken zu finden ist. Dort wird sich vor der Zeremonie gereinigt, ehe der Teezeremonienmeister einen nach innen bittet. Die Zeremonie wird dann auf eine ganz bestimmte Art und Weise abgehalten. Während bis heute in Japan Teehäuser existieren, wurde die chinesische Teekultur durch politische Einflüsse stark eingeschränkt. Dies hatte zur Folge, dass auch Teehäuser geschlossen wurden.

Teehaus

© kameraauge – Fotolia.com (#24607224 – Japanischer Garten in Hamburg) In Deutschland sind heute noch Teehäuser zu finden, wie beispielsweise im Mannheimer Stadtpark.

Teehäuser: der Weg nach Europa
Teehäuser sind in der Regel öffentlich. Bei Reisen nach China und Japan können Teehäuser im Zuge von Teezeremonien besucht werden. Im Laufe des 18. Jahrhunderts – der Tee war schon rund 100 Jahre in Europa bekannt, wurden auch die ersten Teehäuser gebaut. Grund war schon damals eine „Modeerscheinung“. Durch die sogenannte China-Begeisterung wollten auch die Europäer in den Genuss von echten Teezeremonien in Teehäusern kommen. So wurden in vielen europäischen Ländern, darunter auch in Deutschland, zahlreiche Teehäuser eingerichtet. Eines der bekanntesten ist das Teezimmer im Schloss Nymphenburg in München.

Auch heute noch sind Teehäuser in Deutschland zu finden. Einige Beispiele sind: Das Teehaus im Erholungspark Marzahn in Berlin, das aufgrund der Städtepartnerschaft zu Peking entstand. In Hamburg wurde das Baumaterial für ein Teehaus sogar direkt aus der Partnerstadt Shanghai geliefert. Es befindet sich hinter dem Völkerkundemuseum. Weitere Teehäuser sind im Mannheimer Stadtpark, in Potsdam (Drachencafé) im Stuttgarter Weißenburgpark und in Frankfurt am Main zu finden. Letzteres wurde vom bekannten japanischen Architekten Kengo Kuma errichtet.

 

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