Mate – der Tee der sticht

    Erstmal keine Sorge, Mate-Tee können Sie getrost trinken, der sticht natürlich nicht. Zumindest nicht, wenn er aufgegossen wurde. Die Blätter, aus denen Mate-Tee gewonnen wird, die können aber durchaus piksen, denn der Mate-Strauch gehört zur Gattung der Stechpalmen, auch Ilex genannt.

    Mate Tee

    © Jiri Hera | Dreamstime.com (#18768131 – Dried leaves of mate tea) Der Mate-Tee kommt aus Südamerika.

    Die Herkunft des Mate Tees

    Mate kommt nicht, wie man erwarten könnte, aus den Teeländern Asiens, sondern aus dem anderen Teil der Welt, nämlich aus Südamerika, vorzugsweise aus den Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Getrunken wurde er wohl schon von den Ureinwohnern lange vor der Entdeckung Südamerikas, gegen Ende des 16. Jahrhunderts berichtete dann ein Konquistador über ein Getränk der Indios, das aufmunternd wirkte. Ab dem 17. Jahrhundert begann der systematische Anbau.

    Neben den genannten südamerikanischen Ländern ist Mate aber auch in der Karibik, im Libanon und in Syrien bekannt. In mehreren Provinzen wird Mate als Hauptgetränk konsumiert – das liegt an arabischen Auswanderern, die nach längerer Zeit wieder in ihr Land zurückkehrten und den Mate mitbrachten. Vor allem in den südlichen Gebieten des amerikanischen Kontinents wird Mate mittlerweile auch kalt getrunken.

    Mate – südamerikanische Wurzeln

    Während die Teepflanze gezielt angebaut wird, wird über die Hälfte des Mate-Tees von Bäumen geerntet, die wild wachsen. Der Rest wird seit Ende des 19. Jahrhunderts auch in Kultur angebaut. Der Grund, warum Mate nur in Südamerika vorkommt, liegt vor allem an den guten Wachstumbedingungen. Eine durchschnittliche Temperatur von 22 Grad, eine hohe Luftfeuchtigkeit und Höhenlagen zwischen 400 und 800 Metern sind ideal für den Mate.

    Ein weiterer Grund dürfte daran liegen, dass er sich weltweit bisher kaum durchsetzen konnte. Man bekommt ihn zwar im Teeladen, der Verbrauch außerhalb des südamerikanischen Kontinents ist aber verschwindend gering. Im Gegensatz dazu genießen die Menschen in Argentinien jährlich mit über sechs Kilo Mate pro Kopf doch eine ganze Menge des Aufgussgetränks. Den meisten Mate Tee produziert mit über 600.000 Tonnen pro Jahr Brasilien, gefolgt von Argentinien mit 238.000 Tonnen und Paraguay mit 92.000 Tonnen.

    Mate: Vom Strauch in die Tasse

    Wird Mate in Kultur angebaut, dann werden die Früchte in Wasser aufgeweicht, damit sie keimen können. Dies dauert bis zu drei Monate. In den ersten beiden Jahren muss die Pflanze im Schatten stehen, ehe sie knapp über dem Boden komplett abgeschnitten wird. So wird erreicht, dass der Strauch buschig wird und nach vier Jahren das erste Mal geerntet werden kann.

    Zweierlei Herstellungsweisen gibt es für den Mate-Tee. Zum einen der grüne Mate, auch Taragin genannt, der rund einen Monat bei bis zu 60 Grad fermentiert wird, zum anderen der geröstete Mate oder Mate real, bei dem die Fermentierung durch das Drehen in Drahttrommeln über offenem Feuer unterbrochen wird. Je nach Anbaugebiet erhält man Mate-Tee in unterschiedlichen Granularitäten. Der Originalgeschmack kann verschiedene Richtungen einschlagen: süß, sauer, fruchtig, bitter, rauchig und erdig – so wird er beschrieben. Alternativ werden dem Mate verschiedene Geschmacksrichtungen beigemischt.

    Der Mate und seine Inhaltsstoffe

    Viele trinken Tee deshalb, weil er schmeckt. So mancher möchte aber auch von den Inhaltsstoffen profitieren, die in den unterschiedlichen Tees auch ganz unterschiedlich vorkommen. Beim Mate können Sie zum Beispiel von den Vitaminen A, B1, B2 und C profitieren, ebenso von Mineralstoffen und Spurenelementen. Weiterhin findet sind in Mate Tee unter anderem Theobromin, ätherische Öle, Gerbsäuren, Vanillin, Flavonoide, Saponine und nicht zu vergessen Koffein.

    Von den Ureinwohnern für verschiedene Krankheitssymtome eingesetzt, kann Mate Tee auch heute noch positiv auf den Körper und den Organismus wirken. So regt er die Nierentätigkeit an, soll bei Müdigkeit helfen, ebenso wie bei Entzündungen der Harnwege, bei Juckreiz und bei Hautausschlag. Zudem soll er die Verdauung fördern und den Blutdruck regulieren. Achtung beim Koffein: Der tägliche Koffeinkonsum soll bei Erwachsenen 400 mg nicht überschreiten. Eine Tasse Mate hat bereits einen Gehalt an Koffein von rund 80 bis 100 mg.

    Die Zubereitung von Mate Tee

    Um Mate traditionell zu genießen, brauchen Sie einen ausgehölten Kürbis, auch Calabaza (Kalebasse) genannt. Dorthinein kommen dann der getrocknete Mate und das heiße Wasser. Nun müssen Sie aber nicht krampfhaft auf die Suche nach einem ausgehölten Kürbis gehen, Sie können Mate Tee auch auf die traditionelle Art genießen. Eine genaue Anleitung, wie Mate zubereitet wird, erfahren Sie hier.