Kräutertee – nicht nur gesund, sondern auch lecker

    Lassen Sie uns heute mal ein wenig klugschei… Tee wird aus der Thea Camellia, also der Teepflanze hergestellt. Diese kommt aber bei Kräutertee so gar nicht vor, denn dieser wird aus den entsprechenden Kräuterpflanzen, wie Kamille, Minze, Fenchel usw. hergestellt. Wenn man es also ganz genau nimmt, ist Kräutertee gar kein richtiger Tee. Aus diesem Grund wird er auch oft als aromatisches Aufgussgetränk bezeichnet. Im Grunde ist es ein teeähnliches Erzeugnis. Aber wir wollen hier nun nicht noch mehr Verwirrung stiften. Bemerkenswert ist auch, dass es Kräutertee schon weit vor dem „echten“ Tee gegeben hat. Während die Teepflanze seit dem 3. Jahrhundert vor Christus bekannt ist, kennt man Kräutertees schon rund 7.000 Jahre.

    Kräutertees: nichts vergeuden!

    Wie bei der Teepflanze können beim Kräutertee ebenfalls alle Pflanzenteile verwendet werden – je nachdem, um welche Kräuter es sich handelt und wo sich deren aromatische Inhaltsstoffe befinden. Sind es bei Pfefferminze die Blätter, so nutzt man bei Fenchel die Samen und bei Kamille die Blüten. Während es die Teepflanze nur in bestimmten Gebieten der Welt gibt, können Kräutertees nahezu überall angebaut werden. Auch Deutschland steht dem in nichts nach.

    Verschiedene Kräutertees

    © tiuto | istockphoto.com (#8830741 – Kräutertee tea) Beim Kräutertee können alle Teile der Pflanze verwendet werden.

    Der Kräutertee öffnet den Geist

    Besondere Bedeutung haben Kräutertees natürlich in der Pflanzenheilkunde. Das haben schon die alten Chinesen herausgefunden. Wie auch könnte es sonst sein, dass die Kräutertees ursprünglich aus China kommen. Neben der wohltuenden Wirkung der Kräuter und der Linderung körperlicher Beschwerden, wurden die Tees aber auch für andere Zwecke eingesetzt: So versuchte man durch Kräutertees den Geist zu öffnen, und selbst in der Religion und der Magie hatte das Getränk seinen Platz.

    Für den Geruch und den Geschmack der jeweiligen Teesorte sind vor allem ätherische Öle verantwortlich, die in der Pflanze enthalten sind. Dazu kommen wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Die meisten Kräutertees sind zudem koffeinfrei. Um Kräutertee einen anderen Geschmack zu verleihen, werden oft Gewürze und Aromen zugegeben. So kann sich jeder seine Lieblingstees aussuchen.

    Kräutertee selber herstellen

    Das Schöne am Kräutertee ist: Sie können ihn selbst zusammenstellen, ganz nach Lust und Laune kombinieren und ihn sogar selbst anpflanzen. Ob im Topf auf dem Balkon oder im Kräuterbeet im Garten ist dabei vollkommen egal. Pflanzen Sie das an, was Sie gerne möchten. Ernten Sie und stellen Sie daraus Ihre eigene Teemischung her – und das in nur drei Schritten:

    1. Ernten Sie die Kräuter, die Sie für Ihren Tee nutzen möchten.
    2. Vor dem Genuss müssen die Kräuter trocknen. Dies geschieht idealerweise in einem Trockenautomaten. Wer diesen nicht hat, kann sich aber trotzdem behelfen. Zum Beispiel, indem Sie die Kräuter im Ofen auf der kleinsten Stufe trocknen lassen. Ohne Ofen lassen sich Kräuter auf Zeitungspapier trocknen. Vermeiden Sie direkte Sonne, da es sonst zu Brandstellen kommen kann. Auch verlieren die Kräuter dadurch wertvolle Inhaltsstoffe.
    3. Fertig sind die Kräuter, wenn sie komplett getrocknet sind. Nun in Dosen oder Gläser zum Lagern abfüllen, kühl und dunkel stellen und schon können Sie jederzeit Ihren eigenen Kräutertee genießen.

    Übrigens ist es auch möglich, frische Kräuter zu verwenden. Diese sollten Sie dann direkt nach der Ernte verarbeiten.

    Was zählt zu den Kräutertees?

    Ein Kräutertee kann aus Blättern, Blüten, Samen, Rinden, Wurzeln oder gar der ganzen Pflanze bestehen. Manchmal werden auch die Früchte dazugezählt, die wir hier aber bewusst außen vorlassen, da diese in die Rubrik Früchtetee fallen.

    • Aus Blättern lassen sich zum Beispiel schmackhafte Pfefferminz-, Brennnessel-, Melisse-, Salbei-, Löwenzahn- oder auch Himbeer- und Erdbeertees herstellen.
    • Möchten Sie die Blüten verwenden, dann bieten sich Hibiskus, Rosen, Ringelblumen, Kamille, Holunder, Lavendel, Jasmin, Malve, Baldrian und Linde an.
    • Bei den Rinden zaubern Sie tolle Tees aus Zimt, Weide, Eiche, Birke und Lapacho.
    • Wurzeln werden beispielsweise für Liebstöckel-, Beinwell-, Eibisch- und Ginsengtees verwendet.
    • Tees aus Samen sind zum Beispiel Anis und Kümmel.

    Vielleicht vermissen Sie in dieser Auflistung den Fencheltee. Hier scheiden sich die Geister, ob die Pflanze, die ja eigentlich ein Gemüse ist, zu den Früchtetees oder zu den Kräutertees gezählt werden soll.

    Kräutertees für die Gesundheit

    Schon seit Anfang der Menschheitsgeschichte nehmen Kräuter einen großen Stellenwert ein. Sie werden bei Krankheiten verwendet, um Linderung zu schaffen, aber auch zur Vorbeugung eingesetzt und selbst bei Verletzungen verwendet. Zum Abschluss eine kleine und keineswegs vollständige Aufstellung einiger Kräutertees, die gut für unsere Gesundheit sind.

    • Pfefferminztee: Er gilt als der beliebteste Kräutertee überhaupt. Getrunken wird er nicht nur, weil er besonders gut und frisch schmeckt, sondern auch, bei Erkältungen, bei Gallenproblemen, bei Durchfall, Blähungen und Völlegefühl. Auch gegen Fieber kann er eingesetzt werden.
      Kamillentee: Kamille kann bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt werden. Dazu zählen Halsschmerzen, Zahnfleischerkrankungen, Erkältungen, Magenschmerzen und auch Verdauungsbeschwerden.
    • Lavendeltee: Zur Beruhigung wird neben Baldriantee vor allem der Lavendel genutzt. Aber auch Johanniskraut oder Melisse sind ideal.
      Fencheltee: Wenn Sie Magenprobleme haben, Völlegefühl oder Blähungen, dann können Sie Fencheltee zur Unterstützung nutzen. Auch Kümmel und Anis können helfen.
    • Brennnesseltee: Wenn Sie an Kopfschmerzen leiden oder Sie die Müdigkeit überkommt, ist Brennnessel ein gutes Mittel. Gut geeignet ist der Kräutertee auch, wenn Sie abnehmen möchten.
    • Hibiskustee: Laut einer Studie sollen bereits drei Tassen Hibiskustee am Tag den Blutdruck um bis zu 13 mm HG senken können. Gut geeignet ist der Tee auch bei Bronchitis und bei hohem Cholesterin.

    Achtung: Dies ist keine medizinische Beratung, Kräutertees müssen nicht zwangsläufig zu Verbesserungen des Gesundheitszustandes führen. In erster Linie ist hier immer ein Arzt aufzusuchen.

    Die Zubereitung von Kräutertee

    Anders als beim „richtigen Tee“ ist die Zubereitung beim Kräutertee relativ einfach. Geben Sie die gewünschten Kräuter (Sie können nach Belieben mischen) einfach in ein kleines Teesieb, einen Teefilter, eine Kanne oder lose in die Tasse und übergießen Sie die Kräuter mit heißem Wasser. Die Ziehzeit können Sie ebenfalls frei wählen und richtet sich nach der gewünschten Intensität. Selbst eine Ziehzeit von 15 Minuten ist bei den meisten Kräutern kein Problem. Testen Sie es einfach aus, falsch machen können Sie eigentlich nichts. Einzig kann es passieren, dass gewisse Kräuter Bitterstoffe abgeben, aber selbst die halten Sie gesund und sollen die Verdauung anregen und das Immunsystem stärken.