Teezeremonie in der Türkei – nur echt mit dem Semaver

Ende des 19. Jahrhunderts versuchte man in der Türkei Tee anzubauen. Bei den Versuchen blieb es allerdings, bis einige findige Forscher nach Georgien reisten und dort sahen, dass das Klima für einen erfolgreichen Teeanbau verantwortlich ist. Dieses Klima fand sich in der Türkei rund um das Schwarze Meer, und so brachten sie erneut Samen mit und bauten – dieses Mal sehr erfolgreich – Tee an. Heute ist die Türkei der weltweit fünftgrößte Teeproduzent, auch wenn türkischer Tee eher unbekannt ist. Das liegt daran, dass man kaum exportiert, sondern alles selber trinkt.

Teekultur in der Türkei

© mycan | istockphoto.com (#16396865 – Tee) Für die Türkische Teezeremonie wird der Semaver verwendet, aber auch der Çaydanlik kommt zum Einsatz.

Und weil der Tee in der Türkei so beliebt ist, gibt es auch dort eine Teezeremonie, die man als Gast durchaus mal ausprobieren sollte. Die Teezubereitung ähnelt der russischen Variante mit dem Samowar. In der Türkei wird ein ähnliches Gerät verwendet: der Semaver. Auch hier gibt es einen Schacht, in dem man Kohle einfüllt – die neuen Geräte sind natürlich alle strombetrieben – die dafür sorgt, dass das Teewasser heiß bleibt. Darüber werden zwei Kannen angebracht. In die untere kommt Wasser, das zum Kochen gebracht wird, in der oberen wird ein Teekonzentrat hergestellt. Dabei wird pro Tasse ein Löffel Tee zugegeben, plus ein Löffel für die Kanne. Dieses Konzentrat wird, wenn das Wasser heiß ist, aufgegossen und dadurch verdünnt. Während die Wasserkanne wieder aufgefüllt wird, kann man nun, je nach Geschmack, das Konzentrat in eine Tasse geben und mit heißem Wasser aufgießen. Vorher sollte der Tee 15 bis 20 Minuten ziehen.

Traditionell wird in der Türkei schwarzer Tee getrunken – mal stärker, mal schwächer. Und weil wir gerade bei der Tradition sind: Die Teegläser haben bei der Teezeremonie eine Tulpenform, dadurch bleibt der Tee länger warm. Übrigens: In den Privathaushalten wurde der Semaver durch eine einfachere Form, den Çaydanlik, abgelöst. Dieser hat keinen Wasserkessel mehr, das Wasser wird deswegen auf dem Ofen erhitzt.

 

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