Teezeremonie in Indien – darf´s ein Stück Yakbutter dazu sein?

Indien ist bekanntlich das Land der Gewürze. Ohne Gewürze geht hier gar nichts. Aber auch ohne Tee geht nicht viel. So ist es in Indien an der Tagesordnung, dass Tee zu jedem Essen gereicht wird, ja, man kann ihn sogar an fast jeder Straßenecke und an Imbissständen erhalten. Der Tee wird in Indien Chai genannt. Angebaut wird er dort schon seit dem frühen 17. Jahrhundert – und ist seitdem nicht mehr wegzudenken.

Indische Teekultur

© HeikeRau | istockphoto.com (#18252073 – Masala Chai) Im Gegensatz zu anderen Ländern, gibt es in Indien keine festgelegte Teezeremonie – verschiedene Gewürze geben dem Chai seinen unvergleichlichen Geschmack.

Eine festgelegte Teezeremonie, wie sie in Japan stattfindet, gibt es in Indien nicht. Auch wird der Chai nicht wie in Russland mit einem speziellen Gerät zubereitet. Dafür ist Tee in Indien viel zu weit verbreitet und wird über den Tag verteilt viel zu oft getrunken. Die Inder kämen ja vor lauter Zeremonie zu nichts anderem mehr… Dennoch kann man in Indien beobachten, dass Tee in den verschiedenen Regionen auch unterschiedlich gereicht wird.

Rund um den Himalaja, also im Nordosten des Landes, wird Chai beispielsweise mit Salz verfeinert – ganz sicher eine interessante Geschmacksrichtung! Auch wird in diesen Bereichen Ziegenmilch mit dem Tee vermischt. Dies wird ebenso in den Großstädten gemacht, wobei hier natürlich auch gewöhnliche Kuhmilch zum Einsatz kommt. Gerade bei den Tees, die man an jeder Ecke kaufen kann, ist die Milch besonders wichtig, um die Grundsüße, die der Chai enthält, abzumildern. Gewöhnungsbedürftig ist dagegen der Teegenuss in Tibet. Dort wird statt Ziegenmilch ein Stück Yakbutter verwendet (das Yak ist eine tibetische Rinderart). Nachdem die Inder ihr Essen schon mit Gewürzen spicken, ist das beim Tee nicht anders. Hier kommen vor allem Nelken, Anis und oft auch Zimt zum Einsatz. Wohl bekommt´s!

 

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