Teegenuss – Wasser ist nicht gleich Wasser

    Würde ich mal in die Runde fragen, welches Wasser zum Tee genommen wird, die meisten würden wohl sagen: Leitungswasser. Ist natürlich naheliegend, doch so einfach kommt man nicht davon, wenn der Tee auch gut schmecken soll. Denn vor allem Kalk im Teewasser kann den Geschmack zunichte machen. Sagen wir es doch mal so: Optimales Teewasser ist kalkarm, mineralstoffreich und sauerstoffhaltig. Normalerweise hat unser Leitungswasser diese Eigenschaften, es kann aber regional bedingt auch schlechtere Qualität haben, sprich härter sein. Um sicher zu gehen, dass der Teegenuss nicht beeinträchtigt wird, kann man das Wasser durch einen Tisch- oder Wasserfilter laufen lassen. So wird es weicher und lässt die Inhaltsstoffe im Tee besser entfalten. Dazu gleich noch etwas ausführlicher, wenn es um die Wasserhärte geht.

    Optimales Teewasser

    © iLexx | istockphoto.com (#17732854 – Eingießen von Wasser) Für den optimalen Teegenuss ist auch das Teewasser ausschlaggebend.

    Übrigens sagt man, dass die Qualität des Tees zu 20 % vom Tee selbst und zu 80 % vom Wasser abhängt. Das ist durchaus einzusehen. Wer öfter Wasser aus Flaschen trinkt und hier immer wieder variiert, der wird auch die Unterschiede der einzelnen Marken deutlich schmecken. Sprich: Wasser schmeckt eben nicht immer gleich – und so kann es auch ganz klar den Teegenuss beeinflussen.

    Die Härte des Wassers beeinflusst den Geschmack

    Je weicher das Wasser ist, umso besser können sich die Teearomen entwickeln und den Tee runder machen. Das ideale Wasser für Tee ist reich an Mineralien, reich an Sauerstoff und hat einen nicht zu hohen Härtegrad. Verwenden Sie immer frisches Wasser, also keines, das schon länger irgendwo gestanden hat. Für den Härtegrad sind übrigens Magnesium- und Calciumionen zuständig. Je mehr davon im Wasser sind, umso höher ist der Härtegrad.

    Wie oben schon erwähnt, kann die Wasserhärte durch Filter beeinflusst werden. Wer keinen Filter besitzt, kann das Wasser auch aufkochen, ein paar Minuten stehen lassen und noch einmal aufkochen. Das sorgt dafür, dass Chlor und Kalk entweichen. Achtung: Dadurch geht allerdings auch Sauerstoff verloren. Wenn Sie also ein regelmäßiger Teetrinker sind, sollten Sie über die Anschaffung eines Filters nachdenken.

    Die Einheit für die Wasserhärte

    Die Wasserhärte wurde früher in °dH angegeben, was für „Grad deutscher Härte“ steht. Heute ist die Angabe in SI-Einheiten üblich, die in Mol pro Liter, also in mmol/l angezeigt wird. 1°dH = 0,1783 mmol/L, somit ist 1 mmol/L = 5,6°dH. Der Einfachheit halber geben wir die Einheiten hier aber immer noch in °dH an.

    Für den perfekten Teegenuss ist eine Wasserhärte von 1 bis 8°dH ideal. Diesen Wert erreicht mit eben diesen 8°dH gerade einmal das Bundesland Bremen. Die meisten Bundesländer bewegen sich bei der Wasserhärte zwischen 11 und 18°dH, lediglich Sachsen-Anhalt schert mit 23°dH nach oben aus und bietet somit das Wasser mit dem höchsten Härtegrad.

    Teestein ist nicht schädlich

    Ein Zeichen für zu hartes Wasser ist im Übrigen auch der sogenannte Teestein, auch Teehaut genannt. Der bildet sich an der Oberfläche des Tees, sieht aus wie eine kristalline, glänzende Schicht und wird deswegen als dünne Haut beschrieben. Gesundheitlich ist der Teestein völlig unbedenklich, nur der Geschmack kann darunter leiden, weil die Gerbstoffe des Tees mit Kalzium- und Magnesiumionen reagieren.

    Wasser aus der Flasche

    Teewasser kann statt aus der Leitung natürlich auch aus der Flasche kommen. Dies ist dann aber nur etwas für den dickeren Geldbeutel, denn auch beim Wasser aus der Flasche sollte man auf gewisse Dinge achten. So ist es für den Geschmack von Vorteil, wenn das Wasser zusätzlich mit Sauerstoff angereichert wurde und wenn wenig Natrium, Kalzium und Magnesium darin enthalten ist.

    Allerdings wird natürlichem Mineralwasser gerne Kalzium und Hydrogencarbonat zugesetzt. Beim Kochen bildet sich somit nicht nur Kalk, es wird auch der pH-Wert angehoben. Das geschieht deshalb, weil das Hydrogencarbonat beim Kochen zu Kohlendioxid umgewandelt wird und entweicht. Zurück bleibt Carbonat. Und auch destilliertes Wasser ist nicht zu empfehlen, denn hier fehlen sämtliche Mineralien.

    Wer nur ab und zu Tee trinkt, dem reicht Leitungswasser wohl völlig aus, wer jedoch zu den regelmäßigen Teetrinkern gehört, der sollte sich einen günstigen Wasserfilter zulegen. Der Geschmack verbessert sich und der Teegenuss wird ein völlig anderer sein als bisher.