Tin Kuan Yin – der Eiserne

Tin Kwan Yin (Tieguanyin)

 

Tees heißen in China ja selten so, wie sie aussehen. Beim Tin Kuan Yin ist das vermutlich anders. Die erste Silbe heißt übersetzt „Eisen“, was entweder von der Farbe herrührt, die der Tee beim Aufguss erhält, oder aber vom Material der Statue der Kuan Yin. Wer ist nun das wieder? Die Kuan Yin ist ein Erleuchtungswesen im Mahayana-Buddhismus, das Volk sieht sie aber auch als Göttin an. Der Tee selbst gehört zu den Oolong-Tees, er wird an der Küste, in der Provinz Fujian angebaut, wurde aber mittlerweile auch in Taiwan kultiviert. Gebräuchlich sind neben der oben genannten Schreibweise auch Te Kwan Yin und Ti Kuan Yin.

Tin Kwan Yin
© Juanmonino | istockphoto.com (#7037560 – Monkey ausgewählte Oolong-Tee) Die Blätter des Tin Kuan Yin werden nach der Ernte per Hand gerollt.

Die Blätter werden nach der Ernte per Hand gerollt und in Röstpfannen getrocknet. Dadurch wird die Fermentierung bewusst unterbrochen. Je nachdem, wie stark die Blätter geröstet wurden, sind diese dunkler (bis hin zu schwarz) oder heller (noch in grün). Dieser Röstvorgang macht auch die unterschiedlichen Qualitätsstufen aus. Der Tin Kuan Yin Tee ist sehr mild und weich. Vermeiden sollte man einen hohen Kalkanteil im Teewasser, da es sonst zu Ausflockungen kommt, die den Tee geschmacklich entschieden abwerten.

Beim Aufguss sollte das Wasser nicht mehr als 90 Grad und nicht weniger als 60 Grad haben. Kochendes Wasser zerstört den feinen Geschmack. Üblich ist es, den Tee mehrmals aufzugießen, in China wird es sogar als Unsitte angesehen, wenn der Tin Kuan Yin nur einmal aufgegossen wird. Achten Sie darauf, dass die Teeblätter genügend Platz in der Kanne haben, damit diese sich während des Ziehens entrollen können. Umso besser entfaltet sich das Aroma.